Glaubenssätze – wie sie entstehen und wie sie wirken

Zu jedem Bereich unseres Lebens haben wir grundlegende Glaubenssätze verinnerlicht. Über uns, das Leben im Allgemeinen, Arbeit, Geld, Männer, Frauen, etc. Häufig sind uns diese gar nicht bewusst. Dennoch haben Sie einen grossen Einfluss auf unser Leben. Sie bestimmen nämlich, wie wir die Welt wahrnehmen. Mit diesen Wahrnehmungsfiltern gehen wir durchs Leben. Es ist so, als ob wir durch eine Brille schauen, und je nach deren Tönung, die Welt eher grau, rosa, gelb oder grün sehen. Tief eingeprägte Glaubenssätze wie „Ich bin nicht gut genug“, „ich schaffe es nicht“, „Geld macht nicht glücklich“ oder „nur wenn ich viel leiste, werde ich geliebt“ lassen uns immer wieder scheitern und sabotieren sozusagen unsere Vorhaben.

Als Babys und Kleinkinder ahmen wir unsere Eltern und Bezugspersonen nach und übernehmen so auch deren Verhaltensmuster und Überzeugungen. Irgendwann beginnen wir uns die Welt selbst zu erklären, um uns zu orientieren und bilden so unsere eigenen Geschichten und Bilder über uns, je nach Erfahrungen, die wir machen. Schmerzhafte Erlebnisse hinterlassen tiefgehende Spuren und verankern sich in unserem System. Um mit dem Leben klar zu kommen und uns in Zukunft vor schmerzhaften Erfahrungen zu schützen, entwickeln wir entsprechende Schutz-Strategien. Diese wenden wir oftmals auch noch im Erwachsenenalter an, z.B. Medienkonsum, Essen, Drogen, Arbeiten, etc.

Unsere Glaubenssätze sind uns häufig gar nicht bewusst. Sie sind im Unterbewusstsein gespeichert und laufen automatisch ab, wenn unsere „Knöpfe gedrückt“ werden. Das Eisbergmodell zeigt auf, dass unser Bewusstsein nur etwa 10 % beträgt und der Rest, nämlich 90 %, unser Unterbewusstsein ausmacht. Das ist der Grund, weshalb wir unser Verhalten langfristig nicht einfach nur mit unserem Verstand oder Willen verändern können. Das weiss jeder, der schon mal versucht hat, mit dem Rauchen aufzuhören, keine Süssigkeiten mehr zu essen oder sich nicht mehr aufzuregen.

Unsere Glaubenssätze wollen sich stets bestätigt wissen und haben einen grossen Einfluss auf unser Leben. Wir ziehen unbewusst Situationen an, die uns dann bestätigen, was wir glauben. Vielleicht kennen Sie auch jemanden, der immer wieder eine ähnliche Partnerin kennenlernt, oder immer wieder so einen Chef hat oder immer wieder knapp mit Geld ist…

In meinen Seminaren erforschen Sie im vertrauensvollen und sicheren Rahmen Ihre Glaubenssätze und Schutzstrategien und erfahren anhand praktischer Übungen alleine und in Gruppen, wie Sie Ihren Glaubenssätzen empathisch begegnen und deren Wirkung entkräften können.

Stress lass nach

„Wie geht es dir?“ – „Stress, wie immer.“ Es scheint schon fast zum guten Ton zu gehören, gestresst zu sein. Oder andersrum gesagt, es scheint verdächtig, wenn jemand keinen Stress hat. Obwohl wir doch wissen, dass Stress auf Dauer krank macht. Wieso eigentlich?

Viele Menschen haben sich an einen hohen Stresspegel in ihrem Alltag gewöhnt, sodass sie gar nicht auf die Idee kommen, dass es auch anders sein könnte. Oder sie wissen gar nicht um die Hintergründe, und dass sie selber betroffen sind. Die gute Nachricht: Traumas und Stressreaktionen mit den daraus enstandenen Verhaltensstrategien können aufgelöst werden. Wie neugeboren fühlt es sich an, wieder einmal entspannt und angstfrei durchs Leben zu gehen. Wenn die gebundene Energie wieder zur Verfügung steht und es gelingt, sein Leben selbstverantwortlich zu gestalten. Es ist mir ein Herzensanliegen, Menschen in diesem Prozess zu begleiten und zu unterstützen.

Warum wir so häufig gestresst sind und was es mit dem Nervensystem auf sich hat.

Unser Körper reagiert auf jeden Gedanken und jedes Gefühl. Unter Stress wird unser Nervensystem „hochgefahren“. Stress bedeutet Gefahr. Wir wechseln sozusagen von einem entspannten Zustand, in dem wir uns sicher fühlen, inspiriert sind und im Fluss, in den Kampf-Flucht-Modus. An und für sich eine gesunde Reaktion unseres Körpers, um unser Überleben zu sichern. Der Sympathikus wird aktiviert.

Durch Ausschüttung bestimmter Stresshormone (Adrenalin, Noradrenalin, Cortisol) erfolgt in kürzester Zeit ein enormer Energieschub: die Atemfrequenz erhöht sich, der Blutdruck steigt, die Sauerstoffzufuhr wird erhöht und mehr Blut in die Muskeln gepumpt, um für Kampf oder Flucht bereit zu sein.

Gleichzeitig unterdrückt der Körper die Funktionen, die er nicht unmittelbar benötigt. Zwar ist die Konzentration erhöht, aber die Wahrnehmung ist eingeschränkt und einzig auf die Stresssituation fokussiert, bekannt als Tunnelblick. Das objektive Urteilsvermögen ist eingeschränkt. Manchmal führt dies auch zu einem „Black Out“, was zum Beispiel bei Prüfungsstress häufig passiert. Wir können uns nicht mehr orientieren, nicht mehr klar denken und fühlen.

Diese Reaktionen laufen ohne bewusste Steuerung ab. Unser Körper greift auf einen tief in uns verankerten evolutionären Mechanismus zurück, der reflexartig abläuft.

Ist die Stresssituation vorbei, verringert sich die Freisetzung von Adrenalin und Noradrenalin. Der Körper kehrt in den Ruhezustand ­zurück. Als Folge ­lockern sich die Muskeln, das Herz schlägt ­ruhiger, der Blutdruck sinkt, und die Atmung wird langsamer. Der Parasympathikus wird aktiviert (Vagus, sein wichtigster Nerv).

Während bei unseren Vorfahren oft Gefahr durch wilde Tiere drohte, wurden durch Kampf oder Flucht die bereitgestellten Hormone wieder abgebaut und es folgte für einige Zeit Ruhe. In der heutigen Zeit sind wir eher gestresst durch Überforderung am Arbeitsplatz und im privaten Miteinander. Die Reaktion des Körpers ist aber genau die gleiche wie damals. Ein grosser Unterschied besteht allerdings darin, dass wir im Büro meistens nicht kämpfen oder flüchten können und wir viel länger in dieser Alarmbereitschaft bleiben. Wenn die Situation besonders belastend ist und wir uns hilflos fühlen, kann es sogar sein, dass wir erstarren oder in den Modus des „Totstellens“ wechseln und „abschalten“. Hier haben wir nur noch wenig Energie zur Verfügung, nehmen aber auch den Stress nicht mehr als so belastend war, weil wir uns gar nicht mehr fühlen. „Abschalten“ ist für viele von uns eine Möglichkeit geworden, Stress und Schmerz nicht mehr zu fühlen oder zu vermeiden. Beliebte Strategien sind Abklenkungen wie: Essen, Trinken, TV, Medienkonsum, Drogen, Shopping usw. Sehr lebendig fühlt man sich dabei und vor allem auch danach ja nicht wirklich…

Häufige Stressreize führen zu einer Verkürzung der so wichtigen Erholungsphase und heben deren Wirkung schliesslich auf, was zum krank machenden Dauerstress führt. Unser Nervensystem kann nicht mehr „herunterfahren“. Wir befinden uns dann immer häufiger in Alarmbereitschaft, also im „Kampf-Flucht-Modus“ oder wir „schalten ab“ im sogenannten Totstell-Modus. Diese Energie steht dann nicht zur Verfügung für unser Immunsystem, unsere Regenerationsfähigkeit ist eingeschränkt, die Muskeln verspannen sich, und unzählige weitere Symptome wie Gereiztheit, innere Unruhe, Schlafstörungen etc. können entstehen. Traumatisch erlebte Ereignisse (Unfälle, Operationen, Krankheiten, Gewalt etc.) behindern eine entsprechende Verarbeitung durch das Nervensystem. Solche Erlebnisse können nicht integriert werden und die Stressreaktion bleibt im Körpersystem gespeichert und kann durch Trigger wieder ausgelöst werden.

4 : 6 eine einfache Übung zur Stressreduktion

Praxisbeispiel empathisches Coaching – Glaubenssatz

Innere Verbindung bringt Kraft und Freiheit

„Im empathischen Coaching mit Daniela stiess ich auf einen Glaubenssatz, der mich sehr tief berührte: «Es geht nie um mich.» Dieser Satz widerspiegelte meinen Lebenskampf, den ich mit ganz vielen anderen Glaubenssätzen verdeckt hielt. Seine Wurzeln reichen weit in meine Kindheit zurück. Da ging es wirklich nie um mich. Es ging darum meine kranke Mutter zu beschützen, meinem tyrannischen und spielsüchtigen Stiefvater zu entkommen und meinen beiden kleineren Geschwistern etwas zu Essen auf den Tisch zu zaubern. Auch, wenn es manchmal nur Wasser war. Ich forschte neugierig danach, wofür sich dieser Glaubenssatz einsetzte und kam auf das Bedürfnis «Verbindung»! Jetzt wurde mir bewusst, dass ich mein ganzes Leben lang krankhaft, schon fast manisch, um Verbindungen gekämpft hatte. Ich organisiere wie wild, damit ich in Verbindung mit anderen sein kann. In diesem Verhalten entdeckte ich einen inneren Zwang und keinerlei Freiheit. Es fiel mir wie Schuppen von den Augen: Ich verbinde mich mit allem und jedem – nur nicht mit mir! In diesem Prozess gelang es mir eine innere Verbindung zu mir aufzubauen und auch mit meinem inneren Kind, meinem kleinen Mädchen, in Kontakt zu kommen. Ich konnte ihr zeigen, dass wir zwei in Verbindung sein können und dass es ok ist unsere Verbindungs-Energie ganz für uns zu nutzen. Daraus wurde mein neuer Glaubenssatz: «Ich darf meine Energie für mich gebrauchen.» Natürlich darf ich auch weiterhin organisieren, helfen, unterstützen und mit anderen in Verbindung sein – in Zukunft freiwillig und ohne Zwang. Die Energie, die durch diese Verbindung zu mir frei gesetzt wurde, lässt mich eine Lockerheit, Leichtigkeit und Klarheit fühlen, die ich in meinen 40 Jahren noch nie erleben durfte. Dafür bin ich unendlich dankbar.“
40, Selbständige Unternehmerin